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Reiserouten6 Min. Lesezeit

72 Stunden in Porto: Ein Low-Cost-Sommerplan entlang des Douro

Ein konkreter Dreitagesplan für Porto mit einem Gepäckstück: 2-€-Flughafen-U-Bahn, freie Flussblicke, Portwein-Keller, ein Douro-Tagesausflug – und die Gesamtkosten.

Portos terrassenförmig gestaffelte Flusshäuser leuchten im goldenen Abendlicht über dem Douro, während sich eine zweistöckige Eisenbrücke über das ruhige Wasser spannt.

Warum Porto der Hitze im Landesinneren entkommt

Während Sevilla und Córdoba im Juli auf über 40 °C aufheizen, liegt Porto am Atlantik und klettert selten über die Mitte-20er-Marke. Kühle Abende, eine zu Fuß gut erkundbare Altstadt aus Granit, die sich über dem Douro auftürmt, einige der besten günstigen Essensadressen Europas und mehrere Billigfluglinien, die am Flughafen Francisco Sá Carneiro (OPO) landen – das macht Porto zu einem der preiswertesten Städtetrips Westeuropas, wie geschaffen fürs Reisen mit nichts als einem persönlichen Gepäckstück.

Porto ist eine Ryanair-Basis, entsprechend hart ist die Konkurrenz auf den Strecken: Hin- und Rückflüge aus Nordeuropa können in der Nebensaison bei rechtzeitiger Buchung und einem Flug unter der Woche locker unter 50 € fallen. Hier ist ein konkreter Dreitagesplan – wie du hinkommst, was du sehen solltest, wo es die kostenlosen Ausblicke gibt und was das Ganze wirklich kostet.

Ankunft am OPO: für den Preis eines Kaffees in die Stadt

Der Trick ist die Flughafen-U-Bahn. Die Metrolinie E (die violette Linie) fährt in rund 35 Minuten direkt vom Terminal zur Trindade, dem zentralen Umsteigebahnhof. Du kaufst eine wiederaufladbare Andante-Karte (eine kleine einmalige Gebühr) und lädst eine Einzelfahrt für die Flughafenzone auf – gut über 2 €. Den aktuellen Preis findest du auf der Seite von Metro do Porto; entwerte die Karte bei jedem Einstieg am gelben Lesegerät, auch bei Anschlussfahrten – Kontrolleure prüfen das wirklich. Wenn du viel fährst, rechnet sich ein 24-Stunden-Andante-Ticket für deine Zonen schon nach drei oder vier Fahrten.

Die Bahnen fahren etwa von 6 bis 1 Uhr. Landest du später, bringen dich Bolt oder ein Taxi für etwa 20–25 € ins Zentrum. Die teuren „Airport Express"-Angebote kannst du dir sparen – die U-Bahn ist schneller, als im Stau zu stehen.

Wo du wohnen solltest

Porto ist klein. Von Aliados und der Baixa aus (der zentralen Achse rund um das Rathaus) erreichst du fast alles in 20 Minuten zu Fuß, und du bist direkt an der U-Bahn für Flughafen und Küste. Die Ribeira unten am Fluss ist die Postkartenkulisse – aber steil, wie jeder Tourist mit rollendem Koffer auf dem Kopfsteinpflaster schmerzlich lernt. Cedofeita und Bonfim sind ruhiger, bodenständiger und trotzdem gut zu Fuß erreichbar.

Für welches Viertel du dich auch entscheidest: Wer leicht reist, wird in dieser Stadt belohnt. Porto besteht aus Granitstufen und glattem Kopfsteinpflaster; eine Tasche in der Größe eines persönlichen Gepäckstücks, die du den ganzen Tag auf dem Rücken tragen kannst – unser Kompressionsrucksack schluckt ein langes Wochenende und passt trotzdem noch unter den Vordersitz –, schlägt einen Trolley, den du ohnehin die Hügel hinaufschleppen müsstest.

Tag 1 — Die Altstadt zu Fuß

Beginne am Bahnhof São Bento und geh ins Atrium (kostenlos), um rund 20.000 blau-weiße Azulejo-Fliesen zu bestaunen, die die Geschichte Portugals erzählen – eine der schönsten Bahnhofshallen überhaupt. Ein kurzer Abstecher zum restaurierten Mercado do Bolhão in der Nähe lohnt sich für die Marktstände und eine günstige Mahlzeit im Stehen.

Von dort geht es bergauf zum Clérigos-Turm – für ein paar Euro erklimmst du ihn und bekommst den besten 360°-Blick über die Terrakotta-Dächer – und zur Livraria Lello, der neugotischen Buchhandlung mit der purpurroten Treppe. Der Eintritt ist ein zeitgebundenes Ticket, das gegen ein Buch eingetauscht werden kann; buche online und geh zur Öffnung oder kurz vor Schließung, um der schlimmsten Warteschlange zu entgehen. J.K. Rowling unterrichtete Anfang der 1990er-Jahre Englisch in Porto, und der Laden setzt stark auf eine Hogwarts-Verbindung, die sie selbst eher heruntergespielt hat – komm wegen des Holzwerks, nicht wegen des Zauberers.

Zum Mittagessen gibt es, wenn du mutig bist, eine Francesinha – Portos monströses Sandwich aus Pökelfleisch unter geschmolzenem Käse und einer bierhaltigen Tomatensauce – oder eine Bifana, das 3-€-Schweinefleischbrötchen, das die bessere Wahl für den Alltag ist. Verbring den Nachmittag auf der Terrasse der Sé-Kathedrale und in den Gassen des Barredo, dann sicherst du dir zum Sonnenuntergang einen Platz am Miradouro da Vitória. Er ist kostenlos, unverfälscht lokal und blickt direkt über den Fluss zu den Portwein-Kellereien.

Tag 2 — Über den Fluss und hinaus ans Meer

Geh über das obere Deck der Ponte Luís I. Die gelbe Metrolinie D verkehrt ebenfalls über die Brücke, doch nur zu Fuß erlebst du die komplette zweistöckige Eisenkonstruktion und den schwindelerregenden Blick hinunter zum Douro. Auf der anderen Seite, neben dem Jardim do Morro, rahmt der runde Kreuzgang des Mosteiro da Serra do Pilar das mit Abstand beste Panorama von Brücke und Altstadt.

Unten liegt Vila Nova de Gaia, wo sich die Portwein-Keller am Flussufer aneinanderreihen. Eine Kellerführung mit Verkostung kostet in der Regel etwa 15–25 € und sollte im Sommer im Voraus gebucht werden – dabei erfährst du, warum die Fässer hier unten an der Küste reifen und nicht oben in den Weinbergen. Iss zu Mittag am Kai von Gaia und mach dich dann auf zum Meer.

Die historische Straßenbahnlinie 1 rattert am Fluss entlang von der Ribeira hinaus nach Foz, wo der Douro auf den Atlantik trifft (der Fahrpreis ist ein Pauschalbetrag, teurer als die U-Bahn – informier dich vorher). Foz hat die Meeresbrise, den Leuchtturm und den Sonnenuntergang; zum Abendessen nimmst du stattdessen die blaue Metrolinie nach Matosinhos, wo die Fischrestaurants den Fang des Tages direkt auf dem Bürgersteig grillen.

Tag 3 — Wähle deinen Tagesausflug

Von Portos Bahnhöfen aus ist ein richtiger Tagesausflug schon für ein paar Euro möglich. Wähle einen aus:

AusflugFahrzeit (einfach)Ungefährer PreisWarum lohnt es sich
Douro-Tal (Pinhão)~2 Std.~14–15 €Die malerische Linha do Douro folgt dem Fluss vorbei an terrassierten Weinbergen
Guimarães~1 Std. 15 Min.ein paar EuroDie mittelalterliche „Wiege Portugals", kompakt und von einer Burg gekrönt
Braga~1 Std.ein paar EuroBarockkirchen und das Wallfahrtsheiligtum Bom Jesus am Hang
Matosinhos~20 Min. (U-Bahn)U-Bahn-PreisStrand und das beste Fischgericht zum Mittag, falls an Tag 2 verpasst

Die Fahrt ins Douro-Tal ist das Highlight – setz dich auf der Hinfahrt rechts hin, um die Flussblicke zu genießen, und kauf das Regionalzugticket am Bahnhof statt eine teure Bustour zu buchen. Prüfe die Rückfahrzeiten, bevor du losfährst; auf dem Land wird der Fahrplan abends dünn.

Was es wirklich kostet

Ein sparsamer, aber keineswegs kärglicher Tag pro Person, mit einem Budget fürs Reisen mit einem persönlichen Gepäckstück:

PostenTypische Kosten
U-Bahn und Straßenbahn in der Stadt4–7 €
Kaffee und ein Pastel de Nata2–3 €
Bifana oder Mittagessen auf dem Markt4–6 €
Abendessen im Restaurant mit Vinho Verde14–20 €
Eine kostenpflichtige Sehenswürdigkeit (Turm, Keller, Buchhandlung)8–20 €

Wasser, Aussichtspunkte und die Flussufer sind kostenlos – und genau das macht Porto zu Porto.

Das Kleingedruckte, das dir Geld spart

  • Die Höchsttemperaturen im Sommer liegen bei Mitte 20 °C, aber die Atlantikabende kühlen ab – pack eine zusätzliche Schicht für die Miradouros nach Einbruch der Dunkelheit ein.
  • Manche Familienrestaurants und Sehenswürdigkeiten schließen sonntags oder montags; prüfe das, bevor du einen ganzen Tag darum planst.
  • Kopfsteinpflaster plus Hügel bedeutet: richtige Schuhe. Lass die dünnen Sandalen für den Strand zu Hause.
  • Leitungswasser kann bedenkenlos getrunken werden, also nimm eine Flasche mit und füll sie unterwegs auf.
  • Für Öffnungszeiten, Festivals und die offiziellen Infos zum aktuellen Programm betreibt das städtische Tourismusbüro die Seite Visit Porto.

Drei Tage, eine kleine Tasche, kein aufgegebenes Gepäck – und noch Geld übrig von einem Budget, das die meisten Leute für ein einziges Wochenende näher an zu Hause ausgeben. Flieg leicht ein, lauf überall zu Fuß, und lass den Douro den Rest erledigen.

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